Frauen verdienen mehr ...

[THEMEN: SPD Kreisverband ]
Brigitte Servatius, Erika Harder, Corinna Spies, Dr. Bettina Marquis und Gloria Knigge beim Frauenbrunch der SPD

In den letzten Tagen wurde ausführlich die Rolle der Frau, die Betreuungs- situation für Kinder, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert. Zwischen "Rabenmutter" und "Heimchen am Herd" waren alle extremen Positionen laut und deutlich zu vernehmen.

In Zusammenarbeit mit dem Bundeswahlkreis Oberland und dem SPD Kreisverband lud der SPD Ortsverein zu einem Frauenbrunch. Am Sonntag, 11. März 2007 trafen sich im Bayerischen Hof Frauen, die zu diesem Thema etwas zu sagen haben.

Moderiert von Corinna Spies vom Bayerischen Rundfunk, diskutierten auf dem Podium Dr. Bettina Marquis von der ASF München Ost, Brigitte Servatius, Bürgermeisterin in Gauting, Erika Harder, Betriebsratsvorsitzende und Gloria Knigge, Unternehmerin aus Starnberg.

Zahlreiche Frauen folgten der Einladung und diskutierten mit den Podiumsgästen über Chancen und Entscheidungsmöglichkeiten der Frauen.

Ein Fazit der Veranstaltung könnte wohl so lauten:

Eigentlich leben wir in einer Zeit, in der alle Benachteiligungen aufgrund von Rasse, Hautfarbe oder Geschlecht abgeschafft sind.

Und dennoch sind

  • nur 4 % Frauen in der obersten Führungsebene
  • hängen die meisten Frauen ihre Selbständigkeit mit dem ersten Kind an den Nagel
  • rutschen wir immer wieder fast automatisch in die klassische Rollenverteilung, obwohl wir uns selbst für emanzipiert halten.
Was Frauen immer noch benachteiligt, ist, wie sie selbst in dieser Gesellschaft miteinander umgehen. Frauen müssen sich mehr untereinander unterstützen.

Frauen müssen deshalb keine Mannweiber werden, müssen keine Männerhasser werden, um die Möglichkeiten, die sich ihnen genauso wie den Männern bieten, anzunehmen.

Aber Frauen müssen sich viel selbstbewusster bewegen, damit das alte Rollenspiel nicht mehr wirkt. Frauen müssen viel selbstverständlicher mit ihrem Können werben, dann wird auch keiner daran zweifeln. Frauen müssen sich im familiären Zusammenleben viel selbstbestimmter auseinandersetzen. Kinder sollten nicht nur die Entscheidung zwischen Karriereknick und Erziehungsauftrag bedeuten. Kinder sollten zum partnerschaftlichen Abenteuer werden, dann werden Kinder eine Bereicherung nicht nur für das eigene Leben.

Die Entscheidungsfreiheit ist jedenfalls eine Grundvoraussetzung.
Deshalb muß ein qualifiziertes Betreuungssystem für Kinder, die Ganztagsbetreuung/Ganztagsschule und Kinderkrippen allerorts ausgebaut werden, damit diese Wahlfreiheit übehaupt erst möglich wird.

Abgerundet und untermalt wurde die Veranstaltung von Elke Deuringer, die mit ihren sehr nachdenklichen Liedern einen ganz eigenen Beitrag zu den Gesprächen lieferte.