Seefelder Forum: Fritz Schösser zu Mindestlohn und Leiharbeit

Foto: Fritz Schösser beim Seefelder Forum

Das Seefelder Forum, eine von dem Seefelder SPD-Ortsverein ins Leben gerufene Plattform für parteiübergreifende Diskussionen aktueller Themenfelder der Politik, hatte am Freitag, den 23. Januar 2009 den DGB-Vorsitzenden des Bezirks Bayern, Fritz Schösser zu Gast. Das Thema des Abends war "Mindestlohn und Leiharbeit".

Zu Beginn der Veranstaltung machte Fritz Schösser in seinem Vortrag die Position des DGB deutlich, der für einen einheitlichen Mindestlohn in allen Bereichen eintritt. Nicht nur im Zusammenhang mit Leiharbeit vertritt der DGB seit Jahren nachdrücklich die Forderung, dass gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird. Es ist nicht zu verstehen, dass in fast allen Ländern der Europäischen Union, mit Ausnahme von Italien, Zypern und der Bundesrepublik Deutschland ein einheitlicher Mindestlohn garantiert ist, die Einführung in Deutschland aber angeblich zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen soll.

Arbeit darf nicht arm machen! Liegt aber der gezahlte Lohn so niedrig, dass selbst bei einer Vollzeitbeschäftigung das monatliche Einkommen unterhalb der Armutsgrenze von knapp 900 Euro im Monat liegt (wenn der gezahlte Stundenlohn unterhalb von 7,50 Euro liegt), so ist dies nicht vertretbar. Fritz Schösser zeigte auf, dass die derzeitige Situation eng mit den Hartz IV Gesetzen in Verbindung steht, da viele Menschen dadurch in Leiharbeit und den Billiglohnsektor getrieben würden. Gerade erleben wir im Zusammenhang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise, dass Leiharbeiter die ersten sind, die entlassen werden. Hier setzt sich der DGB zum Beispiel dafür ein, dass für diese Gruppe auch Kurzarbeitergeld bereit gestellt wird und nicht gleich entlassen werden muss.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine sehr interessante und ausführliche Diskussion mit den zahlreichen Besuchern. Insgesamt war es ein sehr informativer und auch spannender Abend, bei dem die vielfältigen Facetten dieses Themas beleuchtet wurden und auch die Möglichkeiten für einen gerechteren Arbeitsmarkt erörtert wurden.